Die Digitalisierungsbemühungen in der Schweizer Strafjustiz sind einerseits gekennzeichnet durch hohen Druck effizient und möglichst automatisch eine grosse Anzahl von Fällen zu erledigen resp. einer nächsten Instanz zu übergeben. Andererseits stellen die unterschiedliche Organisations- und Kompetenzordnungen eine nicht zu unterschätzende Hürde bei schweizweiten Harmonisierungsbestrebungen dar. Die heute in der Strafjustiz eingesetzten Anwendungen und IT-Systeme sind in unterschiedlichen Reifegraden fähig strukturierte und unstrukturierte Daten oder vollständige Akten elektronisch auszutauschen. Oft müssen Medienbrüche überwunden werden und es fehlen oft auch entsprechende Rechtsgrundlagen zur Abkehr von papierbasierten Vorgängen. Der Vortrag beleuchtet verschiedene Aspekte der Optimierung der Geschäftsprozess mittels IT und zeigt deren Grenzen auf. Es werden ebenso Hürden analysiert wie auch Ansätze zu deren Beseitigung besprochen. Das HIS-Programm hat zum Ziel gerade im Bereich einer optimierten Zusammenarbeit eine Verbesserung des multi-direktionalen, automatisierten Datenaustauschs prägend zu wirken. Die Einführung einer vollständigen elektronischen Aktenführung in allen föderalen Organen der Justiz soll in partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den Gerichten (Bundesgericht, Obergerichte) für alle Justizbereiche erreicht werden. Zudem wird auf die laufenden Projekte und die Schwerpunkte des HIS-Programmes eingegangen. Digitalisierung heisst nicht einfach die bisherigen papierbasierten Prozesse 1:1 zu bernehmen. Daher werden auch einige innovative oder disruptive Gedankenansätze zur Diskussion gestellt.
Melchior Dörflinger ist ein versierter Experte für Cyber Security mit einem starken Hintergrund in der technologie-orientierten Managementberatung. Seit 2024 ist er als Manager Cyber Security bei Wavestone in der Schweiz tätig. In dieser Rolle unterstützt er Organisationen dabei, ihre Sicherheitsstrategien zu optimieren und komplexe Bedrohungslandschaften proaktiv zu bewältigen. Vor seinem Wechsel zu Wavestone sammelte Melchior umfassende Erfahrung bei weiteren renommierten Beratungs-unternehmen.
Jens Piesbergen hat die Rolle des HIS-Programm-Managers Mitte 2016 übernommen und treibt in dieser Funktion zusammen mit den Partnern in den Kantonen und beim Bund die Digitalisierung in der Schweizer Justiz weiter voran. Schwerpunkte legt er auf die Interoperabilität von Systemen (Zusammenarbeitsprozesse und technische Schnittstellen) und der ganzheitlichen Umsetzung der elektronischen Aktenführung. Als langjähriges Geschäftsleitungsmitglied von Netcetera, einer der führenden Software-Dienstleistungsanbieter der Schweiz, ist Jens Piesbergen ein profunder Kenner des IT-Marktes und des programmatischen Projekt-Managements. Er hat mehrjährige Erfahrungen als Leiter des Software-Engineering wie auch des IT-Betriebs.
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