Cybersicherheit bei Grossveranstaltungen: Wenn Digitales auf Physisches trifft

Die Cybersicherheit großer Veranstaltungen wie dem Eurovision Song Contest oder internationalen Sportwettbewerben (FIFA, UEFA) stellt eine immense Herausforderung dar. Diese Events ziehen große Menschenmengen an, beinhalten kritische Infrastrukturen und genießen weltweite mediale Aufmerksamkeit, was sie zu bevorzugten Zielen für Cyberangriffe macht. DDoS-Angriffe, Ransomware, Betrug und Sabotage können zu physischen Konsequenzen wie Blockaden von Ticketsystemen, Sicherheitsrisiken und finanziellen Verlusten führen. Die Grenze zwischen physischer und digitaler Welt verschwimmt und schafft neue Verwundbarkeiten.


Eine ganzheitliche Vorgehensweise ist notwendig, einschließlich Cyber-Intelligenz, Sicherung kritischer Systeme, Überprüfung der Lieferkette und hybriden Resilienzplänen. Die Zusammenarbeit zwischen der Cybersicherheitsindustrie, der Polizei, den Veranstaltern und dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) ist entscheidend. Staatliche Akteure sind oft Teil der Bedrohung.


Als Beispiel spielte ELCASecurity eine Schlüsselrolle bei der Sicherstellung der Cybersicherheit des Eurovision Song Contest, indem es Cyber-Intelligenz-Aktivitäten durchführte, kritische Systeme sicherte, die Infrastruktur überwachte und die Bemühungen aller beteiligten Akteure koordinierte. Die Verwaltung der Cybersicherheit großer Veranstaltungen erfordert vorausschauende Planung und enge Zusammenarbeit, um Teilnehmer, Infrastrukturen und Daten zu schützen und den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zu gewährleisten.

Christophe Gerber

Christophe Gerber ist ein anerkannter Spezialist für Krisenmanagement und kritische Operationen, mit über zwanzig Jahren Erfahrung innerhalb der ELCA‑Gruppe. Als General Manager von ELCA Security SA leitete er den Aufbau und den Betrieb des Crisis Response Teams des Unternehmens und steuerte die organisatorische Reaktion auf schwerwiegende Vorfälle und Situationen mit hohem Risiko. Sein Werdegang umfasst die Leitung sensibler Projekte in den Bereichen Cybersicherheit, Verteidigung und kritische Informationssysteme für Blaulichtorganisationen.
Als Milizoffizier diente er mehrere Jahre in strategischen Einheiten der Schweizer Armee, insbesondere im CyberDefense‑Stab. Seine doppelte Expertise – militärisch und technologisch – verleiht ihm eine einzigartige Fähigkeit, komplexe Einsatzdispositive zu orchestrieren, Risiken frühzeitig zu erkennen und Notfallsituationen mit Präzision, Ruhe und Führungsstärke zu bewältigen.

Pascal Lamia

National Cyber Security Centre NCSC

In seiner Tätigkeit als Leiter der Melde- und Analysestelle Informationssicherung MELANI, hat Pascal Lamia mehrere grössere Cybervorfälle begleitet und koordiniert. Zu erwähnen sind hier beispielsweise auch die Spionageangriffe gegen das EDA, die Ruag oder aktuell die Ransomware Vorfälle gegen KMU in der Schweiz. Pascal Lamia war massgebend daran beteiligt, die MELANI in das im Jahr 2024 neu gegründete Bundesamt für Cybersicherheit BACS, zu überführen und hat damit eine sehr gute Basis für die Weiterentwicklung des BACS, wie aber auch der Cyberresilienz in der Schweiz geschaffen.

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